oder warum der Arbeitgeber überwachen muss

Es geisterte gerade wieder durch die Presse. Mehrere Supermärkte und auch andere Firmen überwachen heimlich die Mitarbeiter. Das geht natürlich überhaupt nicht. Vor allem nicht ohne deren Wissen. Dies setzte eine Lawine aus Vorwürfen und Ängsten über das Ausspionieren der Arbeitnehmer in Bewegung. Darf der Arbeitgeber das überhaupt, darf er überhaupt irgendwas?

Ich bin auch ein Arbeitnehmer, aber wenn ich da so sehe, wie sich die Situation in der letzten Zeit geändert hat, kann ich mich leider nur auf die Seite der Arbeitgeber schlagen. Was bitte haben private E-Mails auf dem Arbeitsplatz zu suchen? Ich lasse mir doch meine Post auch nicht in die Firma schicken. Ich glaube, der allgemein zu groß gehaltene Freiraum, den so mancher Arbeitnehmer genoss, bekommt ihm nicht. Wie es die Menschen so an sich haben, werden sie größenwahnsinnig. Privates Surfen im Internet hat während der Arbeitszeit genausowenig zu suchen, wie das ständige Rauchen oder das private Handy.
Warum ich das sage? Ich habe die Entwicklung mitgemacht und muss sagen, ihr Arbeitnehmer seid doch selber schuld! Bei uns in der Firma waren immer Handys und privates Surfen und sogar das private Telefonieren erlaubt. Tja, und dann kam nicht der Arbeitgeber nur mal so auf die Idee, och, wie könnte ich die Arbeitnehmer ärgern? Nein, der Arbeitnehmer hat es selber verbockt. Statt die acht Stunden produktiv auf seinem Hintern zu sitzen und zu arbeiten, wurden auf einmal, dank Breitband Internet, zwei Stunden im Internet vertrödelt. Der Arbeitnehmer beschwert sich dann, weil er in sechs Stunden sein Pensum aus acht Stunden nicht mehr schafft und auch noch Überstunden machen muss, die der Arbeitgeber dann auch noch bezahlen soll. Das ist natürlich gerecht, oder? Wir haben dazu noch die Raucherpausen extra ausgewertet; die Raucher sollten einmal protokollieren, wie lange sie am Tag rauchen. Bei uns im Büro ist Rauchverbot, daher mussten die Raucher das Gebäude verlassen. Was da so rausgekommen ist – ein Raucher hat so gut eine Stunde verdödelt. Sehr gerecht für den Nichtraucher, der nur eine Stunde Mittagspause hat und nicht eine extra Stunde Pause genießen kann. Damit war natürlich klar, dass das Rauchen während der Arbeitszeit komplett einzustellen ist und nur noch in der Mittagspause gestattet war. Von der Tatsache, dass die Raucher immer im Rudel rauchen gingen (alleine ist ja doof) und die Nichtraucher währenddessen die ganzen Anrufe entgegennehmen mussten, will ich gar nicht weiter ansprechen. Der Kunde wird dann vertröstet: „Die Kollegin / der Kollege ist leider gerade nicht am Arbeitsplatz, kann sie / er zurückrufen?“.
Auch das Telefonieren über das Firmentelefon war erlaubt, ohne Einschränkung. Bis wir eine neue Auszubildende hatten, die es sich nicht nehmen ließ, privat zu telefonieren. 
Mal ist ja in Ordnung, aber wenn es dann eine Stunde zum Rauchen geht und eine Stunde privat telefoniert wird, dann sind zwei Stunden der Arbeitszeit weg. Dazu noch eine Stunde Internet surfen. Das sich da die Arbeitgeber beklagen, ist doch kein Wunder. Wer bezahlt denn den Luxus? Der Arbeitnehmer nicht. So wurde also das private Telefonieren auf zwölf Minuten bei uns beschränkt. Wie ich finde, ein guter Kompromiss. In der Zeit kann man sich verabreden oder mal so einige Sachen regeln, wenn man nicht gerade mit einer Hotline eines Telefonanbieters oder ähnliches telefoniert.
Als ich angefangen habe zu Arbeiten, gab es noch ziemlich wenige Handys. Und ich muss sagen, so toll finde ich sie immer noch nicht. Das mag daran liegen, dass ich mein Handy grundsätzlich nicht höre, egal wie laut ich es stelle. Oder aber einfach daran, dass ich zu Hause gar keinen richtigen Empfang habe und die Leitung wie aus dem letzten Jahrtausend klingt, sollte doch mal ein Anruf durchkommen. Eigentlich ist es egal, wo ich mich befinde, ich habe immer eine schlechte Sprachqualität. Wenn ich Briefmarkenkino oder -internet mögen würde, könnte ich den kleinen Dingern wohl mehr abgewinnen, aber ich gehöre leider zu den Leuten, die damit telefonieren. Selber schuld. Aber zurück zu den Handys am Arbeitsplatz. Da hat ein Kollege sein Handy auf dem Schreibtisch liegen und ist in einer Besprechung oder mal eben auf der Toilette. Da klingelt das Handy lautstark. Und nicht nur das, der Vibrationsalarm setzt sich (durch den Schreibtisch verstärkt) durch das ganze Büro fort. Mal wäre das gar kein Problem, aber es kam sehr häufig vor und wenn man gerade mit einem Kunden telefoniert und nebenbei so ein etwas gewöhnungsbedürftiger Klingelton dahinsäuselt, kommt das nicht so gut. Wo bitte ist das Problem, sein Handy auf lautlos zu stellen, auch ohne Vibrationsalarm? In der Blödheit der Mitarbeiter. Es scheint sehr schwer zu sein. Wir haben es ausprobiert. Es ging nicht. Nächste Konsequenz: private Handys sind komplett verboten, bei nicht einhalten gibt es einen Punkteabzug und damit Abzug bei der Vergütung. Siehe da, es hat funktioniert. Man kann also gar nicht auf die Gutmütigkeit der Arbeitnehmer setzen, die Arbeitnehmer wollen Verbote.
Unsere Firma zeichnet sich wohl darin aus, dass wir nur eine E-Mail Adresse für alle Mitarbeiter haben. Jetzt schreien viele auf: „Was nur eine E-Mail?“. Ja, die Mitarbeiter E-Mails haben wir abgeschafft, da private E-Mails nichts auf dem Firmen-Account zu suchen haben. Wie gesagt, ich lasse meine private Post ja auch nicht an die Firma schicken. Und merkwürdiger Weise ist noch keine Firma auf die Idee gekommen, die Post ungeöffnet zu einem Mitarbeiter zu geben. Alle Post wird meistens in einer Poststelle angenommen, geöffnet, ggf. gescannt und dann an den Mitarbeiter weitergeleitet, damit dieser nicht auch die ganze Werbesendungen erhält. Warum also E-Mail Adressen für den Mitarbeiter? Dann schreibt ein Kunde an den Mitarbeiter, dieser ist gerade krank, die E-Mail ist aber für das Projekt wichtig, der Kollege bekommt es nicht oder viel zu spät, weil die Weiterleitung zu spät eingerichtet wurde. Hier kommt wieder ein Punkt zum Datenschutz, denn spätesten bei der Weiterleitung an einen Kollegen werden auch die privaten E-Mails an diesen weitergeleitet.
Deswegen frage ich, warum keine funktionsbezogenen E-Mail Adressen, wie es in sehr großen Unternehmen der Fall ist? Da gibt es support@ ,office@ oder versand@ und es stört keinen. Der weitere Vorteil liegt auf der Hand. Verläßt ein Mitarbeiter das Unternehmen, muss sich nicht um sein Postfach gekümmert werden, d. h. es muss nicht umgeleitet und auch kein neues für den Nachfolger eingerichtet werden. Dazu kommt, dass nur auf dieses Postfach, z. B. einer Abteilung, der Spam aufläuft und viel besser verwaltet werden kann. Dies spart Kosten im IT-Bereich.
Der Einsatz einer leistungsstarken ERP-Software ist hier natürlich Vorraussetzung. Die Softwarelösung biz-balance sei hier mal wieder als kleiner Werbeblock aufgeführt. 😉
Aber mal ehrlich, um den Arbeitsplatz Rechner machen alle so viel Wind, der Arbeitgeber dürfe sich die Daten nicht angucken und so weiter und so fort. Früher, ja, ich weiß, damals hatten wir noch einen Kaiser, als die Mitarbeiter an Hobelbänken oder Werkbänken gearbeitet haben, hat auch keiner danach gefragt, ob der Arbeitgeber das Werkzeug kontrolliert hat. Und hier muss mal eins klar gesagt werden: der Computer ist nichts anderes als ein Werkzeug, so wie ein Kugelschreiber oder ein Blatt Papier! Gut, es gibt viele Arbeitnehmer, die auch einen Kugelschreiber, oder mehr, aus der Firma mit nach Hause nehmen, aber Achtung: das ist Diebstahl. Das sage ich jetzt nicht nur so, das ist wirklich so. Das Problem ist einfach, dass den Menschen das Bewusstsein für Eigentum irgendwie abhanden gekommen ist, sofern es nicht ihr eigenes ist. Da werden, in den meisten mittelständischen Unternehmen möglich, auf den Rechnern Spiele oder andere Software installiert. Das ist ein Arbeitsgerät, keine Spielekonsole, die kann man sich zu Hause anschaffen. Was alleine durch fehlerhafte Installationen für Kosten verursacht werden, will ich hier gar nicht erwähnen. Nur, was passiert, wenn beim illegalen Aufspielen von Software auf den Firmenrechner ein Fehler passiert und der Rechner nicht mehr funktioniert? Dann geht das wieder zu Lasten der Firma, weil der Mitarbeiter ja angeblich nichts gemacht hat.
Gerade auch in der Zeit von Phishing und Pharming ist es angebracht, dass es eine entsprechende Firewall in Unternehmen gibt, die Internetseiten blockieren. Im Normalfall sollte es sogar ausreichen, alles zu sperren und nur relevante Seiten freizugeben. Ein Mitarbeiter muss nicht bei web.de seine privaten E-Mails während der Arbeitszeit abholen, seine Post holt er ja auch nicht zwischendurch mal aus seinem Briefkasten. Und mal ehrlich, wie oft muss man eine Witz E-Mail wirklich bekommen? Einmal reicht, warum dann noch auf die Firmen E-Mail? Das Internetradio die Verbindung eines Unternehmens lahm legt, will ich hier auch mal kurz ansprechen. Bei uns haben sich einige darüber beschwert, dass das Internet sehr langsam ist. Gut, wir haben eine 2 MBit Leitung. Wenn aber fünf oder sechs Mitarbeiter jeweils einen Radio-Stream hören und andere sich YouTube-Filmchen ansehen, ist es kein Wunder, das die Leitung dann etwas überlastet ist. Ich habe gerade einen Artikel gelesen, leider habe ich mir nicht gemerkt wo, darin stand, das die Internetleitungen immer mehr verstopfen, weil es zu viele unwichtige und zum größten Teil nicht optimierte Daten gibt. Ich hab ja 16.000er DSL, da kann ich auch auf meine Webseite meine digital Fotos mit 8 MegaPixel reinstellen. Klar, aber wer die Seite öffnet, muss erstmal die blöden Fotos downloaden, um festzustellen, das er den Mist gar nicht sehen wollte. Da wäre es doch sinnvoller, kleine Versionen, Thumbnails in Fachkreisen genannt, zu erstellen, die die Leitung schonen. Aber das ist ein anderes Thema, welches ich vielleicht auch noch einmal genauer betrachten werden.
Ein weiterer, wichtiger Aspekt des gesicherten Arbeitsplatzrechners ist die Tatsache, das viele sensible Firmendaten digital im Netzwerk gespeichert werden und dem entsprechend leicht von einem Mitarbeiter auch ins Internet versendet oder auf einen USB-Stick kopiert werden kann. Die Tatsache, das bei uns schon einmal Präsentationen an den Konkurrenten versendet wurden, ist leider ein zunehmendes Problem in allen Firmen.
Es klingt jetzt für den einen oder anderen etwas hart, aber in der Zeit der immer blöder werdenden Computerbenutzern, sollte das Administrieren von Rechnern im Unternehmen einem Fachmann überlassen werden. So ist mir z. B. eine Firma bekannt, die ein ziemlich offenes Netzwerk besaß. Dort gab es schon Machkämpfe der Bot-Netze untereinander, aufgehetzt durch eine Vielzahl von Viren, die sich munter von einem zum anderen Rechner schwangen.