Klimaschutz heißt nicht Umweltschutz

Am 20.01.2008 ist ein freiwilliger Auto freier Tag in Hamburg. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind dann kostenlos zu benutzen. Schön für Menschen, die direkt in Hamburg wohnen. Wenn man von außerhalb kommt, kann es schon mal vorkommen, dass die Busse nur alle zwei Stunden fahren.
Wenn ich z. B. am diesem Sonntag mit dem Bus zum Tanzen nach Harburg fahren würde, hat mir der HVV folgendes vorgeschlagen: 

„Ankunft gewünscht“ habe ich mit 15:20 Uhr angegeben, da der Kurs um 15:30 Uhr anfängt. Mit dem Bus wäre ich dann um 16:00 Uhr dort. Als Alternative könnte ich natürlich einen Bus eher nehmen, dann wäre ich um 13:50 Uhr dort.
Der HVV erklärt mir dann, dass ich ca. 15 Minuten Fußwege zurücklegen und 11 Minuten Reisezeit in Kauf nehmen müsste. Gesamt mit Bus also knapp 26 Minuten. Google-Maps sagt mir, mit dem Auto brauche ich ca. 13 Minuten, also die Hälfte der Zeit.
Die Rückfahrt will ich hier auch kurz erwähnen, der Bus fährt um 18:10 Uhr bei der Tanzschule ab, der Kurs ist aber um 17 Uhr zu Ende.
Ein überzeugendes Argument, mal öffentlich zu fahren, wenn man knapp 7 km Strecke zurücklegen will und ca. 1,5 Stunden für eine Richtung mit dem Bus unterwegs ist.
Aber warum gerade in Hamburg mehrere Auto freie Tage, wo wir doch zurzeit keine Umweltplakette benötigen und ein Kohlekraftwerk bauen wollen?
England will ja auch etwas für den Klimaschutz machen, es baut jetzt wieder neue Atomkraftwerke. Hmm, war da nicht etwas? Irgendwie habe ich da so im Hinterkopf, dass die Entsorgung von dem Atommüll nicht so beliebt ist, oder warum waren die Demonstrationen beim Castor-Transport? Oder warum will keiner eine Lagerstätte in seiner Nähe haben? Das Atomkraft, so wie sie zurzeit eingesetzt wird, nicht so vorteilhaft ist, interessiert wohl niemanden. Hier sei nur kurz das Kernkraftwerk Krümmel erwähnt, welches ja überhaupt keinen Zusammenhang mit den Leukämie-Fällen hat.
Klimaschutz ist halt kein Umweltschutz.
Die Plakate des HVV sind auch wirklich gut: „Bahn frei für den Klimaschutz“ wird dort angepriesen, gezeigt aber ein alter, Kraftstoff betriebener Bus. Warum nicht einen von den neuen Wasserstoffbussen? Weil die Gewinnung des Wasserstoffs mehr CO2 freisetzt als der alte Bus? Wer weiß das so genau?
Ich bin Autofahrer und wohne außerhalb von Hamburg. Am Wochenende fahren die Busse, wenn man Glück hat, nur alle Stunde. Davon abgesehen, dass man nach 23 Uhr gar nicht mehr nach Hause kommt und auf den ersten Bus warten muss, will ich mal gar nicht schreiben. Das die Verkehrsmittel zudem noch ziemlich dreckig sind, liegt nun auch nicht nur an den Verkehrsbetrieben. Die Nutzer sollten sich hier auch noch einmal an die eigene Nase fassen. Auch wenn wir mittlerweile nicht mehr im Mittelalter leben, scheinen einige Zeitgenossen noch nichts von Körperhygiene oder -pflege gehört zu haben.
Aber zurück zum Auto freien Tag. Warum hat Hamburg eigentlich keine Umwelt-Plakette? Könnte es daran liegen, das ein Kohlekraftwerk gebaut werden soll? Das ja nun nicht gerade wenig CO2 ausstößt? Ich hätte eigentlich gedacht, dass gerade deswegen diese Plakette ein Muss wäre. Schließlich sollte es einen Ausgleich geben, oder? Weniger Autos in Hamburg, dafür ein Kraftwerk. Davon haben wir ja alle mehr. Dass sich einige der Verantwortlichen mit Sicherheit wieder ein Teil in ihre eigene Tasche gewirtschaftet haben, ist wohl so sicher, wie das Amen in der Kirche, oder? Warum sollte der Senat sonst die Akteneinsicht verweigern, wie es am 06.02.2008 im Abendblatt stand?
Ich meine, welcher intelligente Mensch würde in Zeiten des Klimaschutzes so etwas planen und genehmigen? Hier sei wieder auf meine Schulzeit verwiesen, dort wurde uns schon immer gesagt, wir sollen auf unsere Umwelt achten und wenn der Regenwald abgeholzt wird, haben wir ein Problem. Vom Ozonloch will ich gar nicht erst anfangen.