oder der Weg in ein sinnloses Leben?

Der eine Politiker meint, die Gehälter der Top-Manager seien zu hoch, der andere Politiker meint, die Diäten der Politiker seien zu niedrig… Im Verhältnis. Tja, es gibt wohl kaum jemand, der sagt, ich habe genug Geld, nicht mal Milliardäre.
Je mehr man bekommt (verdient oder nicht), desto mehr gibt man aus. Jeder passt seinen Lebensstandard gerne dem Besseren an. Keiner verschlechtert sich gerne.

Ob also unsere Top-Manager zu viel bekommen oder nicht, kann ich nicht beantworten. Meiner Meinung nach sind die Menschen einfach zu maßlos geworden. Auf der einen Seite gibt es die Superreichen, auf der anderen Seite immer mehr Armut. Die Mittelschicht muss sich nun entscheiden, zu welcher Gruppe sie gehören möchte. Viele wird es wohl in die Unterschicht treiben. Unterschicht… Ein Begriff, den unsere Politiker gerne verleugnen. So etwas gibt es in Deutschland nicht! Darauf würde ich mich nicht verlassen.
Aber zurück zu den Gehältern. Grundsätzlich haben die Manager schon recht, die Politik sollte sich über die Höhe keine Gedanken machen. Aber, die Manager sollten sich einmal Gedanken machen. Worüber? Ich will es mal so erklären, diese Leute sind am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Das ist schön. Aber es gibt ein Problem. Was ist der Gewinn? Wenn ich in einem Unternehmen 500 Mitarbeiter entlasse, habe ich natürlich viel weniger Kosten, also mehr Gewinn. Damit bekommen die Manager ihren Verdienst. Ist es wirklich ein Verdienst. In diesem Fall würde ich klar sagen: Nein! Das System ansich mag vor einigen Jahrzehnten vielleicht gut funktioniert haben, aber in der Zeit der überstudierten Menschen gibt es nur noch ein Ziel: Mein Gewinn zu maximieren. Adam Smith war der Überzeugung, dass jeder, der sein eigenes Wohl verfolgt, das Gemeinwohl stärkt. Im 18., 19. und teilweise 20. Jahrhunderts schien diese Vermutung noch zu stimmen. Ich gehe davon aus, dass er in einer weitaus bescheideneren Sichtweise diese These aufstellte. Damals sehnte sich auch jeder nach dem Reichtum, aber mit einer etwas anderen Vorstellung. Gerade heute scheinen die Ziele der Menschen aus dem Ruder zu laufen. Es geht nicht mehr darum Geld anzuhäufen, nein, es gibt bereits genug Menschen im öffentlichen Leben, die gar nicht arbeiten brauchen um Geld zu verdienen. Sie haben es bereits und wissen überhaupt nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Da gibt es Drogenexzesse, Saufparties und was nicht alles. Ein Scheich, der mal eben für vier Millionen Euro ein Feuerwerk zu seinem Geburtstag beauftragt hat.
Die Staaten der dritten Welt streiten sich um Grenzen, produzieren und kaufen Massen an Waffen, aber die Bevölkerung hungert. Wo ist da der Sinn? Was soll das? Wozu die Grenzen? Gerade dort ist es doch egal, ob sie hundert Kilometer westlich oder östlich verlaufen. Wofür die Soldaten? Statt das Geld für die Politiker (die hungern nicht) und Militär zu vergeuden, warum wird davon nicht Nahrung für die Bevölkerung gekauft? Oder eine vernünftige Infrastruktur aufgebaut? Gemeinsam? Nein, damit würde man ja seine Macht und seinen Status als Oberhaupt abgeben, das geht nicht.
Hier kommen wir vermutlich direkt zu der sogenannten Existenzangst, von der auf der Internetseite von RTL 2 die Rede ist. Seit der Bankenkrise, die vielleicht durch das 500 Milliarden Euro Rettungspaket behoben wird, scheinen sich immer mehr Leute für die Hungernden zu interessieren, die, so scheint es, vorher ja wohl nicht gegeben hat.
Auf einmal wird in den Nachrichten wieder die Bevölkerung für hungernde Kinder in aller Welt verantwortlich gemacht. Wir, die immer und überall etwas zu essen kaufen können. Wir, die wir gerne Fleisch essen, sind für die durch Hunger sterbenden Kinder in der dritten Welt verantwortlich. So behaupten es die Medien. Die Rinderhaltung verbrauche zu viel Getreide, welches in der dritten Welt dringend benötigt wird. Im Klartext heißt das also, unser Essen isst den Menschen die Nahrung weg. Es wurden schon Lösungsvorschläge gemacht, die Bevölkerung sollte sich angewöhnen weniger Fleisch zu essen. Früher in den 1950er, oder davor, ja, auch danach, gab es Zeiten, in denen sich Teile der Bevölkerung nur einmal die Woche Fleisch leisten konnten. Hierbei sei erwähnt, dass es mit der Gleichberechtigung nicht ganz so gut stand, da in den meisten Fällen nur der „Herr im Hause“ in den Genuss von Fleisch kam.
Also, wohin führt uns das Ganze? Es wird sich vermutlich wieder in die Richtung bewegen in der die Mittelschicht das Leid ertragen muss. Warum? Die Mittelschicht arbeitet sich zu Tode um sich Fleisch leisten zu können. Die Reichen sind wieder außen vor, die interessiert es eh nicht, da sie ihr Fleisch immer bekommen. Und die Armen? Zu mindestens in Deutschland wird es vermutlich wieder darauf hinauslaufen, dass die Hartz vier Empfänger sich darüber beklagen werden und Fleisch essen wollen. Das, wie so viele überflüssige Dinge, wird ihnen mit Sicherheit zugesprochen.
Laut dem Artikel von RTL 2 stirbt alle drei Sekunden ein Mensch an Hunger. Ich will nicht behaupten, dass ich die Lösung kenne und es ist auch einfacher zu sagen, die Leute mit dem Geld sind Schuld. Ich weiß, wie sie sich fühlen. Es ist immer so, das was man hat, gibt man ungerne wieder her. Einige würden sagen, ich lebe in Luxus, andere sagen, ich sei geizig. vielleicht stimmt beides. Einige Leute erreichen mit wenig Geld viel. Viele Leute schaffen es nicht einmal mit viel Geld. Ihnen fehlt vielleicht das Verhältnis dazu.
Ich z. B. esse nicht drei Mal pro Tag und habe auch keine Zwischenmahlzeiten. Vielleicht hat Rafael Schneider mit seiner Aussage in dem Artikel von RTL 2 ja noch auf einen anderen Punkt hinweisen wollen: Übergewicht. Wenn man die Berichte in den Medien verfolgt, die Deutschen sind zu dick. Überall wird von dem Übergewicht der Menschen gesprochen. Kann es sein, dass es genau der springende Punkt ist? Ich esse zwei Mahlzeiten am Tag, davon ist eine das Frühstück und eine zum Mittag. Sind die Menschen wirklich so schwach geworden, dass sie es nicht schaffen mit geregelten Mahlzeiten umzugehen? Gerade das unkontrollierte Essen ist doch das Problem der Übergewichtigen. Hier mal kurz ne Süßigkeit, dann mal einen Heißhunger auf nen Snack. Wie in dem Bericht auch beschrieben, gibt es ja überall die Möglichkeit schnell etwas zum Essen zu kaufen. Das ist anscheinend auch gut so, da unsere Wirtschaft das braucht. Was würde mit den ganzen Cafes passieren, wenn wir vielleicht unseren Kaffee selber kochen würden, und das zu einem Drittel oder Viertel des Preises, den wir in einem Cafe ausgeben? Sind die Menschen süchtig geworden nach Essen? Kann man nach Essen süchtig werden? Anscheinend. Sonst würden sich viele Leute einfacher mit Diäten oder geregelter Nahrungsaufnahme tun. Es ist wie Spiel- oder Nikotinsucht. Der menschliche Geist ist anscheinend nicht mehr in der Lage dieser Versuchung stand zuhalten. Das klingt jetzt vielleicht etwas religös, aber so scheint es wirklich zu sein.
Ich muss leider zugeben, dass ich mit der Aussage „wir müssen bereit sein mehr Geld für unser Essen auszugeben, damit andere nicht mehr hungern müssen“ nicht übereinstimme. Vielleicht sollten sich die Regierenden mal fragen, wofür sie Geld ausgeben, wenn sie etwas neues Planen. Vielleicht sollte unserer Regierung, Gemeinden, etc. mal bewusst werden, wofür sie Geld sinnlos verprassen. Diese „es ist ja nicht mein Geld“-Mentalität bringt uns nicht weiter. Es werden Millionen Steuergelder verschwendet, was hätte man damit schon an Hilfeleistung für die Dritte Welt aufbringen können? 50.000 Euro für einen Bundestagsabgeordneten, der mal eben von Mallorca nach Berlin und zurück geflogen werden muss? Wenn der Kochprofi Ralf Zacherl auf dem Abenteuerspielplatz Riederwald in Frankfurt für 10 Euro 30 Kinder satt und glücklich bekommen hat, wie viele Kinder hätte man für die 50.000 Euro glücklich und satt bekommen? Oder für wie lange hätte man die 30 Kinder damit versorgen können?