oder warum Auto fahren so einfach ist

Auto fahren ist kompliziert. Man muss nicht nur eine theoretische, nein auch eine praktische Prüfung ablegen. Das geschieht natürlich nur zu unserer Sicherheit. Es gibt so viele Hebel, Knöpfe und Schalter in einem Auto. Von den Verkehrsregel zum harmonischen Ablauf für alle, will ich gar nicht weiter eingehen. Es gibt so viele, die Auto fahren, wo man sich fragt, wie haben die die Prüfung bestanden. Abgesehen mal von den Suizidgefährdeten, die gerne mit dem Leben anderer spielen und unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ihr Fahrzeug führen.

Einen Computer kann jedes Kind einschalten. Ja, aber ein Auto auch. Wo so etwas hinführt, war jüngst bei uns in der Nähe der Firma zu sehen; wo ein ca. 6-jähriges Kind hinter dem Steuer eines parkenden Autos saß und den Zündschlüssel herumdrehte. Das Auto machte nicht nur einen Satz über den Fußweg, auf dem zum Glück gerade niemand ging, nein, es krachte auch in ein parallel zur Straße stehendes Auto.
Es gibt mehrere Möglichkeiten ins Internet zu kommen. Entweder man kauft sich einen Computer und bestellt sich eine DSL-Leitung oder man geht in ein Internet-Café. Wer ganz frech ist, kann sich ja auch bei einem Bekannten einschnorren oder über die Firma surfen. Hierbei sollte nur beachtet werden, dass das unter Umständen ein Kündigungsgrund ist.
Sonst braucht man also nichts. Mit dem neuen Windows Vista und den einfachen Angeboten von sämtlichen DSL-Anbietern heißt es nur, einstecken und läuft.
Einfach, oder?
Doch da fangen die Probleme an. Der größte Teil der Internetnutzer ist ohne Schutz und einfach zu unwissend. Das sich ein nicht unerheblicher Teil auch noch auf Pornoseiten (hier sind jetzt nicht nur die Volljährigen gemeint) oder Warez-Seiten rum treiben und meisten keine Ahnung haben, dass sie durch allerlei Spyware, Cookies und was nicht alles, Trojaner will ich jetzt mal gar nicht erwähnen ;-), ausspioniert werden, ist den meisten gar nicht bewusst.
Diejenigen, die den Firefox-Browser mit der Erweiterung noScript benutzen, wissen wovon ich rede. Es gibt kaum eine Seite, die nicht mit googlesyndication, googleanalytics oder doubleclick zusammenarbeiten, um die Nutzer zu identifizieren und ihr Internetverhalten zu analysieren. Klar wird immer auf den Datenschutz verwiesen, aber einer unserer Auszubildenden war gerade vor kurzen bei der Firma Google in Hamburg. Als einer aus der Schulklasse den Mitarbeiter auf Datenschutz hinwies, meinte dieser nur: „Ach, das machen doch alle.“. Soviel dazu.
Um es noch einmal zu verdeutlichen: fast jeder Server erstellt ein Protokoll von alle (!) Nutzern, die diesen auch nur anpingen, sei es ein Firewall-Log oder die Log-Dateien des Webservers. Dort kann man die IP-Adresse direkt überwachen, einige können sogar die Mousebewegungen des einzelnen Nutzers rekonstruieren. Man glaubt, gar nicht, wie viele Benutzer sinnlos mit der Mouse Wörter auf den Bildschirm schreiben…
Als weiteres Beispiel sei eine Bekannte von mir erwähnt, die mich vor kurzem in einer E-Mail fragte, ob jemand es merken würde, wenn sie über eine ungesicherte WLAN-Verbindung ihres ihr unbekannten Nachbarn ins Internet gehen würde. Meine Antwort: „Theoretisch kann er alles protokollieren und die Passwörter ausspähen“. In der Realität verhält es sich wohl eher so: Wenn jemand ein ungesichertes WLAN hat, wird er mit Sicherheit nichts protokollieren, sonst hätte er ein gesichertes WLAN.
Wie im Straßenverkehr gibt es also im Internet eine Mehrzahl von Menschen, die mit der Sache ansich nicht zurecht kommen. Nur, diese Leute mussten keine Prüfung absolvieren um ins Internet zu gelangen. Sie sind ohne Vorbereitung eingetaucht in eine Welt, die sie gar nicht verstehen oder verstehen wollen.
Die Datenschützer fordern etwas gegen die Vorratsdatenspeicherung. Aber auf der anderen Seite stellen die Menschen ihre kompletten Profile, manchmal sogar mit Adressen und Telefonnummern, von den anzüglichen bzw. freizügigen Fotos der Personen rede ich gar nicht, ins Internet. Soviel also zum Datenschutz.
Beim Führerschein machen lernt man, wozu ein Blinke gut ist, wo der Motor ist, was eine rote Ampel bedeutet. Aber fragen sie doch mal jemanden, was der Desktop ist. Einige Auto visierte würden sagen, das gehört zum Cabrio. Außerdem zeige ich ja auch nicht jedem der mich fragt, meinen Fahrzeugschein. Im Internet muss nur ein Eingabefeld „Kreditkarten-Nr. hier eintragen“ erscheinen und zack, wird sie eingetragen. Was nicht nur die Zahlen der Phishing und Pharming-Attacken belegen. Die Internetkriminalität nimmt rapide zu.
Jede Autofahrerin, jeder Autofahrer ist laut Gesetz verpflichtet, das Fahrzeug in einem verkehrstauglichen Zustand zu halten. Für Computer gibt es diese Pflicht übrigens auch, nur dass das keiner weiß.
In diesem Sinne, wäre es meines Erachtens sinnvoll, dass jeder, der ins Internet möchte bzw. einen Internetanschluss beantragt, einen Computer-Kursus oder eine Prüfung ablegen müsste. Außerdem sollte es einen Computer-TÜV geben. Ich meine jetzt nicht, dass jeder seinen Rechner dort hinschleppt. Eher so eine Art online-Überprüfung auf Schwachstellen, wie es sie jetzt schon im Internet gibt. Man loggt sich mit einem Benutzername und Passwort ein und die Software versucht über das Internet in den Rechner einzubrechen. Der Nutzer hat dann, sofern Sicherheitslücken gefunden wurden, eine gewissen Zeitraum um die Mängel zu beseitigen. Kommt er diesem nicht nach, wird sein Internetzugang wegen Gefährdung anderer gesperrt.