Was ist Wissenschaft und warum schafft sie kein Wissen mehr?
Je mehr wir wissen, desto weniger wissen wir.

Es ist schon merkwürdig. Als ich zur Schule ging, gab es kein Internet, nur einen Lexikon in mehreren Bänden. Man ging davon aus, dass fast jede Familie so eins besaß. Na ja, war zum größten Teil wohl auch der Fall. Alle glaubten, das die Inhalte korrekt sind, wurden sie doch von Experten geschrieben.
Als ich in die Schule kam und dort dem Unterricht mehr oder weniger folgte, wurde mir bereits nach einigen Jahre klar, die wissen auch nichts. Ich dachte anfangs, die Lehrmeinung wäre das Nonplusultra, war es aber nicht. Es waren die Thesen, die sich durchgesetzt hatte. Ob sie richtig oder falsch waren, interessierte keinen. Auch, ob sich einige Punkte im Laufe der Zeit geändert haben, es interessierte die meisten Lehrer und Leute nicht. Wen interessiert es auch, dass der Jupiter neun Monde hat? Stimmt nicht, werden einige jetzt sagen. Genau, würde ich antworten. Er hat weit mehr. Zu meiner Schulzeit waren es 17 Monde, der Saturn mit 23 Monden. Im Schulbuch der achten Klasse aber stand, Jupiter neun, Saturn elf Monde. Toll. Das meine Antwort, ich war gerade im Planetarium gewesen und habe zu der Zeit sehr viele Bücher über Astronomie gelesen, falsch war, ist wohl verständlich. Ich wusste es halt besser, das mögen Lehrer gar nicht.
Oder in Geschichte: Columbus hat Amerika nicht entdeckt, die Wikinger waren schon vorher dort, die Tempelritter wohl auch, eigentlich waren alle schon mal dort, nur die Portugiesen nicht…
Die Krönung war dann die Berufsschule. Der Lehrer mochte mich nicht, er war ein Geschäftsführer einer Werbeagentur und hat nebenbei als Lehrer gearbeitet, damit die Schüler ordentlich ausgebildet werden. Lob und Anerkennung. Leider war er kein guter Lehrer. Abgesehen von dem Auftreten und Niedermachen einiger Schülerinnen und Schüler, hatte er auch fachlich keine Gute Ausbildung genossen. Nachdem er einer Schülerin, die eine PowerPoint Präsentation erstellt hatte, vor der Klasse dermaßen bloßgestellt hatte, weil auf den Schulnotebook leider eine veraltete Version lief, habe ich es in einer anderen Stunde mit ihm getan. „Es gibt ja nichts peinlicheres als eine unvorbereitete Präsentation“, habe ich ihn dann an den Kopf geworfen, als er und das Programm Acrobat zeigen wollte, aber im Computerraum das Programm auf keinem Rechner installiert war. Auch, dass man bei Audio-Dateien keine Bilder sieht, wie bei Video-Dateien, verstand er anfangs nicht. Mein Kommentar hat ihn auch nicht gerade begeistert. Das ich deswegen eine schlechte Note bekam, obwohl ich fachlich in dem Bereich mehr wusste, interessiert heute niemanden mehr.
Traurig, das die Lehrer es nicht einsehen können.

Wir schaffen Wissen! Und das zu Hauf im Internet. Doch wenn man sich mal die Inhalte der Internetseiten so ansieht, die unser Lexikon ersetzt haben, frage ich mich immer, wer schreibt so was? Da stehen falsche Angaben, Widersprüchlichkeiten und noch mehr. Gerade die öffentlichen Dienste nehmen es mit der Kontrolle nicht mehr so ernst.

Und unsere Wissenschaftler? Die sind zum größten Teil nur noch damit beschäftigt ihre Theorien zu beweisen und sei es, dass sie dabei ein paar Resultate, die nicht ganz dazu passen, einfach unter den Tisch kehren. Hauptsache ich habe Recht, ob ich nun Recht habe oder nicht. Nur noch ich, ich, ich. Kein gemeinsames Streben nach dem Ziel mehr Wissen zu schaffen. Die Wissenschaft wird durch Konkurrenzdenken, Neid und Gier zerfressen, das kann so nicht funktionieren.
Aussagen wie:“Auf dem Giseh-Plateau gibt es nichts mehr zu entdecken! Und wenn doch, dann von mir!“ sind nicht sehr hilfreich. Was soll der bürokratische Mist um Ausgrabungen vorzunehmen. Gut, es muss schon etwas sorgfältig geplant werden, aber so? Die Eigentümer schützen halte ich für richtig, es kann nicht sein, dass Engländer, Franzosen oder Deutsche nach Ägypten gehen, dort Schätze ausgraben, diese in Kisten verpackt in ihre Heimatländer schicken. Was soll das? Lasst sie doch dem Land, in dem sie gefunden wurde. Es gibt doch genug Möglichkeiten die Schätze durch Ausstellungen in das Land zu holen.