Auto freier Tag in Hamburg

warum Opel nicht gerettet und die Abwrackprämie zurückgezahlt werden sollte

Ist schon erstaunlich. Am 21.06.2009 wurde in Hamburg wieder ein Auto freier Tag ausgerufen. Laut Abendblatt fuhren darauf immerhin 500.000 Hamburger ab. Tja, das sind dann wohl alles Opel Gegner, oder nicht? Diese Schizophrenie ist schon erschreckend.
Auf der einen Seite demonstrieren die Menschen gegen die Schließung von Opel und wollen der Autoindustrie mit einer Abwrack- bzw. Umweltprämie helfen, damit mehr Autos verkauft werden. Auf der anderen Seite schreien sie wegen der Klimaerwärmung, man müsse das Auto stehen lassen. Also was jetzt? Massenhaft Autos kaufen und dann zu Hause stehen lassen? Leute, wacht mal auf, merkt ihr was? Ich fürchte: NEIN.
Wenn wir also den Auto freien Tag gut finden, müssen wir uns im Klaren sein, dass die Automobilindustrie reduziert werden muss. Dass damit natürlich auch die Zulieferer betroffen sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Es wäre also nur klimafreundlich gewesen, Opel insolvent gehen zu lassen. Alle, die sich darüber dann aufregen oder ihre Arbeitsplätze verlieren: "Leute, wir danken Euch, Ihr leistet einen Beitrag zur Klimarettung!".

Zurück nach Hamburg. So wie ich den HVV kenne, wurden mit Sicherheit auch keine weiteren Busse und Bahnen eingesetzt, abgesehen mal von den Stellen, an denen leider zu der Zeit keine S-Bahnen wegen Problemen fahren konnten. Die Aussage, man müsse erst langsam die Menschen dazu bringen sich ohne ihr Auto zu bewegen, ist meines Erachtens ein Schlag in das Gesicht der Autoindustrie.
Vielleicht sollten wir einmal in der Innenstadt die öffentlichen Verkehrsmittel abschaffen. Die Innenstadt komplett Verkehrsfrei machen? Wo wäre denn das Problem im Umkreis von ca. 3 km zu Fuss zu gehen? Zu Fuss? Nein, das wäre für viele doch undenkbar. An so einem Tag, ok, aber im Alltag? Ich gehen lieber kurz zur Bushaltestelle, warte dort 5 Minuten auf den Bus, fahre einen Umweg von 10 Minuten, gehen noch mal 2 Minuten und bin am Ziel. Wäre ich gleich zu Fuss gegangen, wäre ich nach 8 Minuten dort gewesen. Sinnvoll, oder? Gibt‘s nicht? Würde ich so nicht sagen, da sich einige "Stadtkinder" aus meinem Bekanntenkreis genauso verhalten. Ein bisschen mehr Bewegung würde wohl auch der Fettleibigkeit vorbeugen, aber wer will das schon?
Bei StudiVZ habe ich gerade eine schöne Gruppe gefunden: "Klimawandel aufhalten ist wie Jahreszeiten stoppen". Unsinn? Würde ich so nicht unbedingt behaupten. Klar, der Mensch ist, wie er ist: dumm. Er denkt zuerst an sich selber, dann an sich und wenn er noch Zeit hat, an sich. Aber abgesehen von diesen etwas merkwürdigen Verhalten, Europa war unter einer Eisschicht. Und wenn wir den Klimawandel aufhalten wollen, dann muss uns eins klar sein: Europa muss wieder mit Eis bedeckt sein. Ich meine, der zuverlässige und genauer Wetterbericht eines lokalen Radiosenders schafft es ja nicht mal das Wetter für einen Tag richtig vorherzusagen. Da sind die Horoskope genauer.
Aber zum Auto freien Tag. Schön, wenn die Straßen in der City gesperrt waren und auch noch verkaufsoffener Sonntag war. Schade nur, dass sich mal wieder keiner Gedanken macht. Wieviel CO2 hat es gekostet, alles aufzubauen? Wie viel CO2 wurde zusätzlich verbraucht, weil die Geschäfte geöffnet waren? Beleuchtung, etc.?  Die Staus, die u. a. an der Sechslingspforte durch die Sperrungen entstanden, weil mal wieder jemand nicht planen konnte, sorgten natürlich nicht für höheren CO2 Ausstoß.
Aber worüber aufregen? Laut Abendblatt haben wir den kältesten Sommerbeginn seit Jahren. Hat also der Auto freie Tag etwas gebracht?