Malta 21.03. - 28.03.2010

die klassische Entdeckungsreise mit Hartwig Hausdorf

Eigentlich wollte ich ja schon 2009 die Reise mitmachen, aber aufgrund der nicht erreichten Teilnehmermindestanzahl (schönes Wort), fand die Reise nicht statt. Um so erfreuter war ich, als ich dieses Jahr die Reisebestätigung bekommen hatte.
Es war eine sehr schöne Reise mit reichlichen Diskusionen und neuen Theorien über unsere Vorzeit.
1. Tag (21.03.2010)
Abflug in Hamburg mit ca. 30 Minuten Verspätung um 13:15 Uhr mit Air Malta. Ankunft auf Malta um 16:10 Uhr. Überraschender Weise war mein Koffer einer der Ersten auf dem Laufband. Normalerweise ist er immer einer der letzten. Dies mag vielleicht daran gelegen haben, dass ich einen Neuen habe?
Am Ausgang wurde ich von einer Frau empfangen, die die Gäste für Studiosus und PrimaTours erwartete. Da ich meinen grünen Studiosus-Rucksack trug, dachte sie natürlich zu erst, ich gehöre auch zu dieser Gruppe. Täuschen und tarnen. ;-)
Wir sind dann als kleine Gruppe mit vier Personen in einem Mercedes Van zu unseren Hotels gebracht worden. Ich war der Einzige, der im Dolmen Resort Hotel aussteigen musste. Die Anderen hatten alle eine Wandertour gebucht. Na ja, wer‘s mag. Die Fahrt hat ca. 30 Minuten gedauert.
Nach dem Einchecken habe ich erstmal meine Eltern und Freundin angerufen. Während des Telefonates habe ich dann aus dem Fenster gesehen, wie Hartwig in das Hotel gekommen ist. Als ich dann durch das Hotel geschlendert bin, habe ich in in der Lobby getroffen. Wir haben uns kurz unterhalten und um 19:45 Uhr sollten wir uns dann zum gemeinsamen Abendessen treffen. Was mich allerdings nicht davon abhielt bereits um 19:30 Uhr in der Lobby zu sein. Dort habe ich mich wieder mit Hartwig und Andrea über ein paar Reisen und Länder unterhalten. Beim Abendessen waren allerdings noch nicht alle Teilnehmer auf Malta. Die Flüge von Frankfurt und Zürich sollten erst später ankommen.

2. Tag (22.03.2010)
Für die meisten Menschen sieht ein erholsamer Urlaub vermutlich anders aus. Aufstehen um 06:45 Uhr und um 07:00 Uhr zum Frühstück. Die erste Nacht war auch nicht ganz so erholsam, die Decke und das Zimmer waren zu warm und die Umgebung nicht gerade leise. Gegen die Wärme habe ich dann erstmal das Fenster geöffnet, was natürlich den Lärmpegel nicht gerade reduzierte. ;-)
Nach dem Frühstück konnte ich mich dann entspannt in meine "abenteuer" Klamotten schmeißen. Um 08:15 Uhr haben wir uns dann zum geordneten Abflug in der Lobby getroffen. Einige aus der Gruppe waren mir auch bereits von anderen Veranstaltungen bekannt, wie z. B. der Ägyptenreise mit Erich von Däniken oder den Seminar Fantastische Phänomene mit Walter Jörg Langbein. Los ging es dann mit dem Bus um 08:30 Uhr Richtung Valetta, der Hauptstadt von Malta. Dort haben wir uns den Upper Barakka Garden angesehen, von wo man den ganzen Hafen sehr gut überblicken kann. Der Hafen hat die Form einer linken Hand; die Finger werden von Landzungen gebildet.
Weiter ging es dann zu der Kirch, die über den Grundstein der Stadt gebaut ist. Im Archäologischem Museum hat uns Hartwig einen prähistorischen Winkelmesser und ein Zentimetermaß it Millimeter- und Zollangaben gezeigt.
Anschließend ging es dann zum Grand Master Palace, der ursprüngliche Sitz des Großmeisters des Johanniterordens. Heute ist er der Sitz des Präsidenten und des Parlamentes. Etwas zu früh, für meinen Geschmack, sind wir dann in einem Restaurant zum Mittagessen gewesen.
Um 12:30 Uhr mussten wir schon weiter, da für uns um 13:00 Uhr Boote für eine kleine Hafenrundfahrt reserviert waren. Die Fahrt dauerte ca. 30 Minuten. Nachdem alle Boote angekommen waren, sind wir dann in das Maritime Museum gegangen. Dort hat uns Hartwig eine Geschichte über eine Einheit mit 266 Personen aus dem ersten Weltkrieg erzählt, die spurlos in einer Art Wolke verschwunden sind. Diese Wolke soll sich mit fünf weiteren Wolken in die Luft gehoben haben und verschwunden sein. Von der Einheit fehlt bis heute jede Spur. Auf einem Foto im Museum, waren die Personen der Einheit zu sehen, die vor dem Vorfall verwundet wurden und auf einem Boot nach Malta gebracht wurden.
Anschließend sind wir durch die Stadt gewandert und haben uns kleinere Straßen angesehen. Dabei waren unter anderem die Herbergen für Ritter der einzelen Länder. Im Anschluss waren wir dann im Inquisitoren Palast. In der Zeit der Inquisitoren wurden insgesammt nur zwei Personen hingerichtet. Im gleichen Zeitraum ließ der Großmeister des Ritterordens das Vielfache hinrichten.
Nach einer kurzen Busfahrt kamen wir dann zum Tempel von Kordin III. Von dem Tempel ist nicht mehr so viel übrig geblieben, aber ein Stein bedurfte eine genauere Untersuchung. Dieser Stein hatte sieben Vertiefungen. Ein Wassertrog für Tiere wird es wohl nicht gewesen sein, aber vielleicht wurde hier Getreide zu Mehl gerieben?
Weiter ging es nach Naxxar an. Hier haben wir unsere ersten Cart Ruts gesehen. Anfänglich sehen sie wirklich etwas merkwürdig aus. Bei näherer Betrachtung würde ich zu diesem Zeitpunkt jedoch vermuten, dass es sich doch nur um normal Wagenspuren handelt, die später durch Wasser ausgewaschen und vertieft wurden.
Ich habe Hartwig gefragt, ob es davon Zeichnungen oder Pläne gibt, aber offiziell gibt es noch keine. Nach dem Fund von Kernbohrungen war die Gruppe kurzfristig ziemlich aufgeregt, allerdings stellte sich schnell heraus, dass diese Kernbohrungen neuerem Datums waren. Vermutlich wurde das Gelände vermessen, da es neben den Cart Ruts einen Steinbruch gibt, ist zu vermuten, dass diese vielleicht in nächster Zeit verschwinden. Diese Cart Ruts sind anscheinend nicht so interessant, da es hier nicht mal ein Hinweisschild gibt.
Nach der Krakseltour sind wir dann wieder zurück zum Hotel. Ich bin dann noch mit einer kleinen Gruppe im Ort einkaufen gegangen, um einen Wasservorrat für die Woche zu kaufen.

3. Tag (23.03.2010)
Auch in dieser Nacht war der Schlaf nicht gerade erholsam. Gestern abend hatten wir zu allem Übel auch noch einen Stromausfall bis ca. 20:30 Uhr. Was war ich erleichtert, als der Strom wieder da war. Das Licht wurde zwar über ein Notstromagregat gespeist, aber meine Akkus waren leer und ich musste diese noch aufladen.
Heute morgen sind wir dann gegen 09:00 Uhr losgefahren, zu dem Dolmen von Mostar. Außer einer großen Steinplatte war allerdings nichts zu sehen.
Weiter ging es anschließend zum Ta‘ Hagrat Tempel. Da wir danach noch so viel Zeit hatten, bis der nächste Tempel öffnete, sind wir noch ins Aviation Museum gefahren, was eigentlich für Freitag auf dem Programm stand. Dort gab es, man glaubt es kaum, Flugzeuge. In einige konnte man sich sogar reinsetzen. Vereinzelt standen auch ein paar alte Autos rum. Neben dem Aviation Museum gab es eine Töpferei. Hartwig meinte aus Spaß, dass das  Museum für die Männer, die Töpferei für die Frauen interessant sei. Allerdings fand auch die Töpferei großes Interesse.
Weiter ging es dann zu einer Glasbläserei in Mdina. Dort haben wir einen alten Jaguar e vor der Tür gesehen. Über den Farbgeschmack des Besitzers läßt sich allerdings streiten. ;-)
Anschließend ging es zum Skorba Tempel. Hier gibt es zwei Sonderbarkeiten. Zum Einen wird eine Kompassnadel zwischen zwei im Zentrum stehenden Steinplatten abgelenkt, wenn man den Kompass von der rechten zur linken Steinplatte bewegt (umgekehrt natürlich auch). Die Abweichungen variieren laut Hartwig mit den Jahren. 1999 hatte er die größte Abweichung von ca. 90° ermittelt, 2005 waren es immerhin knapp 60°. Dieses Jahr waren es mit nur 10°. Niedrige Werte hatte er aber auch schon im Jahr 2001 gemessen, dort waren es ca. 15°.
Die zweite Auffälligkeit waren mehrere Vertiefungen am Eingang des Tempels. Hartwig vermutet, dass hier Säure hineingeschüttet wurde, um nach dem galvanischen Prinzip Strom zu erzeugen.
Weiter ging es dann in die Stadt Mdina. Hier haben wir dann auch zu Mittag gegessen. Nach dem Essen sind wir dann zu den Cart Ruts von M‘ Tahleb gefahren. Diese Cart Ruts waren größer als die von Naxxar. Allerdings gibt es hier einen alten Steinbruch, so dass man die Cart Ruts als "Sägespuhren" für die Steinblöcke vermuten konnte, die später durch Wasserausspühlungen vertieft wurden.
In Rabat, wo wir uns die St. Agatha Katakomben angesehen haben, war leider das Fotografieren verboten. In dem dazugehärigen Museum fanden wir in einer Vitrine ägyptische Djet-Pfeiler. Kannten die Malteser also doch elektrischen Strom? Dies würde die Theorie zum Tempel von Skorba stützen.
Weiter ging es dann zu den Cart Ruts von Bingemma und den dort in der Nähe befindlichen Höhlen, die an der Viktoria Line liegen. Die Viktoria Line ist ein Befestigungswall, der sich durch Malta zieht. Das war eine interessante Klettertour. Wie gut, dass ich letzte Woche schon mit meiner Freundin auf Rügen geübt hatte. ;-)
Anschließend ging es zurück zum Hotel, wo wir um 19:45 Uhr wieder zu Abend gegessen haben.

4. Tag (24.03.2010)
Heute sollte ein langer Tag werden. Um 08:35 Uhr war treffen, es ging zur Fähre, die uns zu der Insel Gozo bringen sollte. Die Überfahrt dauerte ca. 30 Minuten. Nach Ankunft sind wir dann zur Höhle der Calypso gefahren. Hier soll die Calypso den Odysseus für 7 Jahre festgehalten haben. An der Höhle gibt es zudem einen schönen Sandstrand, der von der Höhle aus gut zu sehen ist.
Anschließend sind wir dann zm Xaghra Kreis gefahren. Diese Ausgrabungsstätte wurde extra für unsere Gruppe geöffnet.
Weiter ging es dann zum Ggantija Tempel. Von dort aus sind wir dann nach Xlandi gefahren, wo es das Mittagessen gab. Nach dem Essen konnte, wer wollte, sich die Grotte angucken, was ich auch tat.
In Victoria haben wir uns dann die Zitadelle angesehen. Hier hat man einen herlichen Überblick über Gozo. In der Zitadelle gab es noch ein Museum, durch das wir ebenfalls gegangen sind. Darin waren ein paar Flaschenverschlüse in Form von Menschen zu sehen, die aus dem Xaghra Kreis stammten. Da wir etwas unter Zeitdruck standen, wurde die Besichtung der Zitadelle auf das Wesentliche gekürzt. Wir sind dann nach Dwejra gefahren, wo wir das Azure Fenster betrachten konnten. Einige, darunter auch ich, sind mit einem Boot dorthin gefahren. Außerdem  Fenster haben wir uns das herlich blaue Wasser und die Klippen angesehen. Dort konnte man ein Gesicht und ein Krokodil erkenne, welches durch Gestein und Schatten erzeugt wurde. Mal wieder hatte wir ein paar Teilnehmer, die sich nicht so an Zeiten hielten, so dass wir noch mehr in Zeitverzug gerieten. Als Abschluss sind wir dann zu den Cart Ruts von Ta‘ Cenc gefahren. Hier gab es nicht nur die klassischen Ruts, sondern auch die sogenannte Panzerspur. Eine Spur, die wie von einem Kettenfahrzeug aussieht. Je mehr Cart Ruts ich sehe, desto mehr glaube ich, dass es nur erodierte Spuren sind. Sehr schön war auch der Ausblick, den man von den Klippen hatte.
Am Ende des Tages waren alle ziemlich geschafft und um 19:45 Uhr gab es dann wieder das Abendessen im Hotel.

5. Tag (25.03.2010)
Heute ging es etwas später los, um 09:00 Uhr. Aus Gewohnheit und wegen der Menge an Leuten, bin ich aber wieder um 07:00 Uhr zum Frühstück gegangen.
Als Erstes sind wir nach Birzelbuga gefahren und haben uns im Hafen die Reste einer Cart Rut angesehen.
Anschließend ging es dann zum Borg Tempel in Nadur, welcher extra für uns geöffnet wurde. Vom Tempel aus ging es dann über einen Acker, wo wir uns eine Zyklopenmauer angesehen haben.
Nach kurzer Busfahrt sind wir dann in die Höhle Ghar Balam (auch Höhle der Finsternis) hinabgestiegen. Auf dem Weg zur Höhle gab es wieder ein Paar Cart Ruts.
Mittag gab es dann im Hafen von Marsaxlokk, wo wir anschließend über den Markt geschlendert sind.
Weiter mit dem Bus ging es dann zum Tarxien Tempel, wo die Steine zum Teil neu verputzt wurden. Das Highlight des Tages sollten eigentlich die Cart Ruts von San Gwann werden. Allerdings war das Gebiet eingezäunt und das Tor verschlossen. Eine Anwohnerin war dann so freundlich und hat uns durch ihr Haus auf die Fläche gelassen, so dass wir uns die Cart Ruts doch noch angucken konnten. Laut Aussage der Anwohnerin wurde das Gebiet erst im letzten Oktober eingezäunt und wird wohl auch nicht so häufig besucht.
In Xemxija haben wir uns dann ein paar Felsengräber und einen Tempel angesehen. Auf dem Weg zurück zum Bus haben wir dann noch einen 1.000 Jahre alten Baum und einen Bienenstock aus der Römerzeit bewundern können.

6. Tag (26.03.2010)
Los ging es um 08:30 Uhr, nachdem wir un der Reiseleitung unsere Zeiten für den Rückflug bzw. Frühstück und Transfer bekommen hatten. Ich gehörte zur zweiten Gruppe, wir haben um 04:45 Uhr Frühstück, mein Flug sollte um 08:00 Uhr gehen. Sehr unpassen kam natürlich die überflüssige Zeitumstellung dazu, so dass die Nacht zusätzlich noch um eine Stunde verkürzt wurde.
Als erstes sind wir dann zum "Güterbahnhof" Clapham Junction gefahren. Hier gibt es sehr viele Cart Ruts. Abgesehen, von der Cart Rut, die wir gestern gesehen haben, glaube ich jedoch, dass es sich wirklich um die Überreste eines Steinbruches handelt, der nach und nach ausgewaschen wurde. In der Nähe gab es die Höhle Ghar Il Kbir, die wir uns auch noch angesehen haben.
Nach kurzer Busfahrt dann noch eine "wie mit einem Messer" gezogene Spur. Die Spur führte zu einer Art Becken und auf der anderen Seite weiter zu einem Brunnen. Vermutlich diente sie zur Bewässerung oder Wasserversorgung des Steinbruches.
Anschließend ging es dann zu den Dingli Klippen, wo sich ein Teil der Gruppe auf die Schnelle noch ein Eis gegönnt hat.
Weiter, mit Zwischenstopp beim Mnajdra Tempel, ging es dann durch das Gelände zu den Misqa Tanks. Einige waren sogar noch mit Wasser gefüllt. Die Anlage machte einen Eindruck von Wasserspielen.
Unser Mittagessen war dann etwas abenteuerlich. Einige aus der Gruppe mussten über eine Stunde auf ihr Essen warten. Mein Chickenburger war auch nur ein Brötchen mit etwas Hühnerfleisch. Die Pommes dazu waren, wie bei den Anderen auch, kalt und der Ketchup bereits seit einem halben Jahr abgelaufen. Bislang das schlechteste Essen.
Weiter ging es dann zur blauen Grotte, die wir aufgrund des Seeganges leider nicht besichtigen konnten.
Anschließend sind wir dann zum Tempel von Hagar Qim gefahren. Thomas, ich und auch noch ein, zwei andere meinte, den hätten wir auch vor dem Essen angucken können, da er gleich neben dem Mnajdra Tempel liegt.
Als Abschluss des Tages sind wir dann nach Il-Maqluba gefahren. Hier soll der Sage nach ein Dorf in einem Krater verschwunden sein. Nur die Kirche am Rande wurde verschohnt.

7. Tag (27.03.2010)
Heute war eigentlich ein Tag zur freien Verfügung, allerdings gab es heute das Highlight der Reise, das Hypogäum von Hal Saflieni. Da immer nur 10 Personen gleichzeitig die Höhlen besichtigen durften und die Karten ca. einem Monat im Vorraus bestellt werden müssen, wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. Eine morgens, die anderen Beiden ab Mittag. Ich habe mich gestern morgen schon bei Hartwig für die erste Gruppe gemeldet, damit der Tag nicht so zerstückelt ist.
Um 08:15 Uhr war Abfahrt. Das Hypogäum selber lag in der Stadt Paola in einer Seitenstraße und war eine herbe Enttäuschung. Zum Einen, weil man nur sehr eingeschränkt durch die beiden oberen Ebenen gescheucht wurde und zum Zweiten, weil man keine Fotos machen durfte.